Gottesdienst vom 19.12.2021 in Romanshorn

von

Info und Kontakte

Gottesdienstleitung: Martina Brendler

Musik: Bruno Sauder

Mesmerdienst: David Züllig

Predigt als Text

Thema: Bei Gott ist nichts unmöglich

Predigttext: 1. Mose 18, 1-2 und 9-15

Liebe Gemeinde, liebe Tauffamilie,

Wir haben gerade in der Lesung von Maria gehört, die vor Freude jubelt, als sie hört, dass sie ein Kind bekommen wird. Weil dieses Kind etwas Besonderes sein wird, nicht nur weil es ein Bub ist, sondern weil Gott auf wunderbare Weise in ihr Leben eingegriffen hat. Natürlich ist das auch ein bisschen unheimlich und auch beängstigend, aber die Freude überwiegt bei Maria. Sie vertraut Gott, deshalb kann sie sich freuen. Sie tut das mit Worten, die wir schon aus anderen Zusammenhängen kennen, ihr Jubelruf hört sich an wie ein Psalm, und das ist auch so, das sind Zitate aus Psalmen, die Maria spricht. Alles was passiert, bringt sie mit Gott in Verbindung, das ist für gläubige Menschen normal. Und das hier ist ganz offensichtlich ein Wunder, sie bekommt ein Kind, obwohl sie jung und „unerfahren“ ist – völlig klar, hier hat Gott seine Hand im Spiel. Wenn jemand Wunder kann, dann Gott. Maria ist nicht die erste in der Heiligen Schrift, der ein Wunder Gottes geschieht. Auch nicht die erste Frau. Wenn wir in der Bibel zurückblättern, ziemlich an den Anfang, dann finden wir dieses Motiv von einer wunderbaren Geburt schon mal. Ich lese Mose 18, 1-2 und 9-15: Da geht es erst um einen Mann: Abraham,  und dann um eine Frau: Sara.

Abraham wohnte bei den Eichen von Mamre, da erschien ihm Gott, der Herr, wieder. Es war um die heisseste Zeit des Tages, und Abraham saß gerade am Eingang seines Zeltes. Als er aufblickte, bemerkte er plötzlich drei Männer, die ganz in der Nähe standen. Sofort sprang er auf, lief zu ihnen hinüber, verneigte sich bis zur Erde.  …

Wo ist denn deine Frau Sara?«, fragten sie ihn. »Hier im Zelt«, antwortete Abraham. Da sagte einer der Männer: »Glaub mir, nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu euch, und dann wird Sara einen Sohn haben.« Sara stand hinter ihnen im Zelteingang und lauschte. Sie lachte heimlich. Denn Abraham und sie waren beide hochbetagt, und Sara konnte gar keine Kinder mehr bekommen. Darum dachte sie: »Ich bin alt und verbraucht, und meinem Mann geht es genauso. Wir werden uns wohl nie mehr über ein Kind freuen können. Nein, die Zeiten sind längst vorbei!« Da sagte der HERR zu Abraham: »Warum lacht Sara? Warum zweifelt sie an meinen Worten, dass sie noch ein Kind bekommen wird? Für mich ist nichts unmöglich! Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu euch – dann wird Sara einen Sohn haben.«

Dann wird Sara einen Sohn haben- obwohl das ja gar nicht geht, nach den Gesetzen der Natur. Ab einem bestimmten Alter können Frauen keine Kinder mehr bekommen und Männer keine Kinder mehr zeugen. Hier in dieser Geschichte ist es Gott, der dieses ältere Ehepaar besucht und klarmacht, dass es für Gott keine Grenzen gibt. Für Gott ist nicht unmöglich.

Was machen wir heute mit diesen alten Geschichten? Was machen wir aufgeklärten Zeitgenossen mit Wundern? Brauchen wir das noch?

Diese Geschichten haben eine Botschaft: bei Gott ist nichts unmöglich. Das wird in der Bibel immer wieder erzählt. Gott kann Wunder, und zwar nicht nur einmal. Immer wieder. Bei Gott ist nichts unmöglich.

Das soll uns ermutigen, besonders, wenn wir selbst an Grenzen stossen und nicht mehr weiterwissen. Wenn der Jubel über die glückliche Geburt eines Kindes der Angst weicht, weil es auf einmal heisst, da stimmt etwas nicht mit dem Herzen des Kindes, da müssen wir weiter untersuchen, da ist etwas nicht gut. Weil es immer sein kann, dass Schwierigkeiten auftauchen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Durch Kinder werden Eltern verletzlich, nicht nur Eltern, auch Grosseltern und Geschwister und alle, die zur Familie dazugehören, und wenn den Kindern etwas geschieht, dann braucht es Ermutigung von ganz oben.

Wenn ich dann höre, bei Gott ist nichts unmöglich, dann kann mir das Kraft und Zuversicht geben, dann ist der Glaube eine Ressource, die ich anzapfen kann. Das ist genau das, was wir als Kirchgemeinde, als Kirche, als Glaubensgemeinschaft unseren Kindern, die bei uns getauft werden zu bieten haben. Dass sie etwas mehr davon lernen und erfahren, dass bei Gott nichts unmöglich ist. Dass sie sich aufgehoben fühlen können bei dem Gott, von dem die Bibel immer wieder erzählt, wie wunderbar er handelt. Wir haben alle Geschichten parat, die von Gottes Wirken berichten, und die Mut machen wollen und stärken. Nicht nur ich, sondern auch unsere Katechetinnen und freiwilligen, eigentlich viele, die sich hier bei uns engagieren und einbringen. Hier können viele die Geschichten aus der Bibel bestätigen und aus ihrem eigenen Leben erzählen, wie wunderbar Gott ist.

Für Jaron sind die Chancen also gar nicht so schlecht, dass er auch mal mit diesem Gott in Berührung kommt, von dem die Biebl erzählt. In der Taufe habt Ihr als Eltern und Paten ja auch versprochen, dabei zu helfen, dass euer kleiner Schatz etwas von Gott hört, dass er Zugang zu dieser Ressource bekommt. Natürlich spielen die Eltern da die wichtigste Rolle. An euch kommt niemand vorbei. Aber dadurch, dass ihr in die Taufe von Jaron eingewilligt habt, habt ihr ja kommuniziert, dass ihr zumindest offen gegenüber dem christlichen Glauben seid. Wie genau der Weg für euren Sohn aussieht, wie sehr er mit den biblischen Geschichten vertraut werden wird, das entscheidet natürlich ihr selbst – im Moment! Und später entscheidet Jaron dann, wie weit er sich einbinden lässt und wie sein Weg weitergeht. Ihm stehen alle Möglichkeiten offen.

Wir als Kirchgemeinde sind bereit, euch dabei zu begleiten und euch immer wieder zu ermutigen, in dem Masse, wie ihr als Familie das braucht. Und alle diese Geschichten von Gott, dem nichts unmöglich ist, stehen euch ja sowieso zur Verfügung, da muss man nur dieses Buch aufschlagen und ein bisschen darin blättern. Da wird es dann immer wieder Überraschungen geben – auch wenn das Thema gleich bleibt:

Bei Gott ist nichts unmöglich. Amen

 

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