Monatsgedanke März

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In den 40 Tagen vor Ostern wird die Fastenzeit gefeiert. Sie hat ihren Ursprung in der biblischen Erzählung, dass Jesus 40 Tage in der Wüste verbracht hat: Er stieg aus dem Alltag aus, um in der Einsamkeit die Beziehung zu Gott zu pflegen. Unter dem Motto «40 Tage ohne» laden Evangelische Kirchen dazu ein, darüber nachzudenken, welcher Verzicht einem gut täte, so dass man dankbarer und achtsamer leben und die Gottesbeziehung pflegen kann. Schaue ich im eigenen Leben nach, so fällt mir das eigentliche Fasten nicht schwer: Der Verzicht auf Fleisch geht problemlos, insbesondere, seit mein Mann Bohnen in allen Formen und Farben kocht und damit der Proteinbedarf gedeckt ist. Alkohol geht auch ganz gut, obwohl ich einem herben Pale Ale nicht abgeneigt bin. Herausfordernder wird es bei Computerspielen, mit denen ich unliebsame Gedanken oder unangenehme Gefühle bestens wegstecken kann. Der Verzicht auf Tätigkeiten, die mich ablenken, aber auch daran hindern, innerlich zur Ruhe zu kommen, fällt mir offensichtlich am schwersten. Und so möchte ich mich darin üben, auf einen Aktivismus zu verzichten und zwischendurch einmal nichts zu tun: Im Zug aus dem Fenster zu schauen, beim Kaffeetrinken meine Gedanken schweifen zu lassen oder am Morgen einmal ohne schlechtes Gewissen länger im Bett zu bleiben. Auf was möchten Sie verzichten?

 

Bild: Bereits die Wüstenväter wussten um die heilsame Kraft des Verzichts. Das Bild von Albrecht Dürer zeigt den Heiligen Hieronymus in der Einöde (Quelle: Wikipedia).

 

 

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