Ostern: Aufbruch zu Neuem

von Monika Visintin (Kommentare: 0)

Am Gründonnerstagsgottesdienst in der Kirche Salmsach wurde das Geschehen konkret ins Szene gesetzt.

Die Gottesdienste an den Ostertagen zeigten verschiedene Facetten dieser Feiertage auf – auch mit je eigener Musik.

Es waren „Menschheitsgeschichts-Bewegende“ Tage vor 2000 Jahren, denen bis heute in den Ostergottesdiensten gedacht wird – so auch in der evangelischen und katholischen Kirchgemeinde: Am Donnerstagabend machte die Feier in der Kirche Salmsach den Anfang mit den  Viertklässlern, die zusammen mit ihrer Katechetin Käthi Schait und Pfarrer Ruedi Bertschi die Fusswaschung und das letzte Abendmahl nachspielten. Dies zu tun und damit das Christsein zu bekennen, sei nicht überall so einfach wie bei uns, so Bertschi, der vor der Jahrtausendwende während zehn Jahren im nordafrikanischen Kamerun gewirkt hatte.

Nicht im Sand verlaufen

Einen Tag später, in seiner Karfreitagspredigt,  beantwortete er die Frage, ob nach dem Tod von Jesus alles im Sand verlaufe mit: „Das Christentum ist (zahlenmässig) die attraktivste der Weltreligionen und trotzdem ist es schwierig zu verstehen, dass der Retter stirbt. Ebenso wie die Vorausschau des Profeten Jesaja, wenn er sagt „durch seine Wunden erfährst du Heilung“.  Aus eigener Erfahrung wisse er, dass verletzte Menschen helfen können, zu heilen. Seine eigene Schwäche habe ihm Türen zu den Menschen, habe Türen  der Seelsorge geöffnet. Doch unverarbeitete Verletzungen zögen niederdrückende Kreise. Das gelte für Einzelne genauso wie für ganze Länder und Staaten. Deutschland nach dem ersten Weltkrieg und in den Zwischenkriegsjahren sei ein beklemmendes Beispiel dafür, die heutige Türkei, die den Umgang mit den Armeniern vor einem Jahrhundert nicht aufgearbeitet habe,  ein weiteres Beispiel. Musikalisch begleiteten Stefanie Feger an der Orgel und Manuela Mayer an der Querflöte den Karfreitagsgottesdienst.

Zum Wandel beitragen

Die katholische Osterfestmesse wurde in diesem Jahr umrahmt von der „Missa brevis St.Johannis de Deo“ von Joseph Haydn: Unter der Leitung von Roman Lopar sangen und spielten  Esther Monn (Sopran), der Kirchenchor und die Kammerphilharmonie die ausdrucks- und klangstarke Messe. In seiner Predigt stellte Pfarrer Toni Bühlmann die geheimnisvolle Auferstehung von Jesus in den Mittelpunkt: „Damals brauchten die Männer und Frauen Zeit, um das Geschehen zu begreifen. Dann aber handelten die Jünger und daraus  ist eine Kirche der Christusgläubigen entstanden. Und Jesus bedeutet uns etwas, wenn wir in seinem Geist zusammenkommen, handeln, heilen und helfen. Wenn wir uns für die Würde der Menschen  und für die Schöpfungsbewahrung einsetzen. Und wenn wir die uns geschenkte Zeit für uns und für andere einsetzen.“ Ostern solle immer wieder zu einem Motivationsschub werden, damit wir aufbrechen, damit unser Lebenswandel zu einem Wandel beitragen könne.

Text und Bild: Markus Bösch

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